Aglianico del Vulture Superiore DOCG ist die Spitzenbezeichnung des Aglianico aus dem vulkanischen Gebiet des Monte Vulture im Norden der Basilikata. Die Weinberge liegen an Hängen und Hochflächen rund um den erloschenen Vulkan, in einem Gelände aus vulkanischer Asche, Tuff, Lavaablagerungen und unterschiedlich tiefen Tonanteilen. Diese Böden verbinden gute Drainage mit Wasserspeichervermögen und prägen die Weine häufig durch mineralische, erdige und balsamische Nuancen. Die Höhenlage sowie der Wechsel zwischen sonnigen Tagen und kühlen Nächten begünstigen eine langsame, gleichmäßige Reifung; zugleich verleihen kontinentale Einflüsse den Trauben eine ausgeprägte Säurestruktur und aromatische Spannung.
Vorgeschrieben ist Aglianico, eine spät reifende, tanninreiche rote Rebsorte, die im Vulture besonders charaktervolle Ausdrucksformen erreicht. Ihre Trauben werden traditionell in gut belüfteten Lagen kultiviert, häufig an Drahtrahmen oder in historischen Buschformen. Sorgfältige Laubarbeit, die Begrenzung der Traubenbelastung und eine späte Lese sind entscheidend, um phenolische Reife zu erreichen, ohne Frische und Sortenprofil einzubüßen.
Im Keller werden die Trauben in der Regel entrappt und einer Maischegärung unterzogen. Die Dauer der Extraktion wird auf die kräftigen Schalen und Kerne des Aglianico abgestimmt, um Farbe, Tannin und aromatische Tiefe ausgewogen zu gewinnen. Der Ausbau erfolgt über eine lange Reifezeit, wobei die Bezeichnung eine mindestens dreijährige Reifung ab dem 1. November des Erntejahres verlangt, davon mindestens ein Jahr in Holz. Große Fässer und kleinere Holzgebinde können die straffe Gerbstoffstruktur abrunden und Noten von dunklen Früchten, Gewürzen, Tabak, Leder und Vulkanerde vertiefen. Die DOCG-Anerkennung unterstreicht die historische Bedeutung des Vulture als eines der klassischen Herkunftsgebiete des Aglianico.