Die DOC Campi Flegrei umfasst das vulkanisch geprägte Weinbaugebiet westlich von Neapel, eine Landschaft aus Kratern, Tuffhügeln, Seen, Küstenterrassen und der Insel Procida. Die Böden sind jung und sehr unterschiedlich: lockere Vulkanaschen, Lapilli, Bims, Sand und gelber Tuff wechseln sich kleinräumig ab. Sie sind meist karg, gut drainiert und speichern zugleich Feuchtigkeit in tieferen Schichten. Das milde, maritime Klima, konstante Winde und starke Sonneneinstrahlung begünstigen eine langsame, aromatische Reifung und helfen, die natürliche Frische der Trauben zu bewahren.
Die charakteristische weiße Rebsorte ist Falanghina, die hier oft auf eigenen Wurzeln wächst. Die sandig-vulkanischen Böden erschwerten historisch die Ausbreitung der Reblaus und bewahrten vielerorts alte, unveredelte Rebstöcke. Falanghina liefert Weine mit Zitrus-, Kräuter-, Blüten- und manchmal rauchig-mineralischen Anklängen, lebendiger Säure und einer oft salzigen Prägung. In den weißen Cuvées können weitere traditionelle Sorten der Region, darunter Biancolella und Coda di Volpe, das Profil ergänzen.
Piedirosso, lokal Per’ e Palummo genannt, ist die wichtigste rote Sorte. Sein Name verweist auf die rötliche Färbung der Stielgerüste. Auf den warmen Vulkanhängen bringt er duftige, mittelkräftige Rotweine mit Noten von roten Früchten, Veilchen, Gewürzen und einer charakteristischen erdigen Mineralität hervor. Je nach Typologie können auch Aglianico und weitere zugelassene lokale rote Sorten verwendet werden.
Der Weinbau ist durch kleinparzellige Anlagen und vielfältige Erziehungsformen geprägt, darunter traditionelle Pergolen sowie modernere Drahtrahmen. Die Lese erfolgt selektiv, um die Unterschiede zwischen Hanglagen, Kratern und küstennahen Flächen hervorzuheben. Weiße Weine werden überwiegend temperaturkontrolliert im Edelstahl vergoren und auf der Feinhefe ausgebaut; einige Erzeuger arbeiten mit längerer Hefelagerung oder zurückhaltender Holzreife. Bei Rotweinen verbinden abgestimmte Maischestandzeiten Frucht und Duft mit der nötigen Struktur. Die Weinbautradition reicht über die griechische und römische Antike zurück; der Name des Gebiets erinnert an die als brennende Felder verstandene vulkanische Natur dieser Landschaft.