Castel del Monte DOC umfasst die Weinlandschaft der nördlichen Murge in Apulien, in deren Mittelpunkt das hochgelegene Kalksteinplateau rund um das Kastell Friedrichs II. steht. Die Weinberge liegen in einer offenen, von Licht und Wind geprägten Hügellandschaft. Kalkreiche, oft steinige Böden mit Tonanteilen, eine gute Durchlässigkeit und deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht prägen die Reifung. Der Einfluss der Adria sorgt für Luftbewegung, während die Höhenlage die Frische und aromatische Präzision der Trauben bewahrt. Das Klima ist mediterran, doch die winterliche Kühle und die trockenen Sommer verleihen den Weinen der Zone einen eigenständigen, kontinental geprägten Zug.
Die DOC vereint weiße, roséfarbene und rote Weine sowie sortenbetonte Abfüllungen. Zu den wichtigsten heimischen Rebsorten zählen Uva di Troia, auch Nero di Troia genannt, Bombino Nero und Pampanuto. Uva di Troia bildet das Rückgrat vieler Rotweine und bringt dunkle Beerenfrucht, würzige Noten, strukturgebende Gerbstoffe und ein gutes Entwicklungspotenzial. Bombino Nero ist besonders mit den Rosati verbunden; sie zeigt frische Frucht, lebendige Säure und eine charakteristische Farbe. Pampanuto liefert helle, zurückhaltend duftige Weißweine mit Frische und mineralischem Eindruck. Ergänzend sind unter anderem Aglianico, Cabernet, Chardonnay, Pinot Nero und Sauvignon zugelassen, die je nach Stil als Hauptsorte oder im Verschnitt eingesetzt werden können.
Der Rebschnitt und die Laubarbeit zielen darauf, die Trauben in dem trockenen, windoffenen Umfeld gleichmäßig reifen zu lassen. Bei Rotweinen reichen die Verfahren von kurzen Maischestandzeiten für saftige, früh zugängliche Stilistiken bis zu längerer Extraktion und Ausbau in Holz für strukturierte Weine. Rosati werden meist durch kurze Kontaktzeit mit den Beerenschalen gekeltert; Weißweine entstehen überwiegend temperaturkontrolliert im Edelstahl, gelegentlich mit Ausbau auf der Feinhefe.
Die Herkunft wurde 1971 als DOC anerkannt. Sie bündelt eine lange Weinbautradition der Murge und verbindet diese mit einem Gebiet, dessen historische Identität eng mit Castel del Monte und der Kulturlandschaft des mittelalterlichen Apuliens verbunden ist.