Die DOC Cinque Terre umfasst die steil zum Ligurischen Meer abfallenden Küstenhänge zwischen den Ortschaften Monterosso al Mare, Vernazza und Riomaggiore einschließlich Manarola. Das Landschaftsbild wird von unzähligen, durch Trockenmauern gestützten Terrassen geprägt. Die Weinberge liegen auf schmalen, oft nur schwer zugänglichen Parzellen über dem Meer. Böden aus verwittertem Sandstein, Schiefer und Mergel sind meist flachgründig, steinig und gut drainiert. Das maritime Klima bringt milde Winter, viel Licht und beständige Luftbewegung; die Nähe zum Meer mildert Temperaturextreme, während die exponierten Hänge eine sorgfältige Bewirtschaftung verlangen.
Bosco ist die historische Leitsorte der Denomination und bildet die Basis der weißen Weine wie auch des süßen Sciacchetrà. Ergänzt wird sie vor allem durch Albarola und Vermentino. Bosco verleiht Struktur, Substanz und eine oft kräuterige, mediterrane Prägung; Albarola trägt Frische und feine Säure bei, während Vermentino Duft, Spannung und eine zitrische bis salzige Note einbringt. Die Weinberge werden überwiegend von Hand bearbeitet. Rebschnitt, Laubarbeit und die Lese müssen den Hanglagen, dem Wind und der unterschiedlichen Reife kleiner Terrassen angepasst werden.
Der Cinque Terre DOC wird als trockener Weißwein ausgebaut. Nach einer schonenden Pressung folgt gewöhnlich die temperaturkontrollierte Vergärung, meist in neutralen Behältern, um Frucht, Kräuterwürze und die vom Küstenklima geprägte Frische zu bewahren. Der Cinque Terre Sciacchetrà entsteht dagegen aus selektierten Trauben, die nach der Lese auf natürliche Weise getrocknet werden. Die Konzentration von Zucker, Säure und Aromen ermöglicht einen dichten, langlebigen Passito, dessen Gärung und Ausbau mit großer Sorgfalt gesteuert werden. Die Bezeichnung erhielt ihren DOC-Status in den 1970er Jahren und schützt eine Weinbaukultur, die seit Jahrhunderten von terrassierten Küstenlagen und manueller Arbeit bestimmt wird.