Irpinia DOC umfasst das hügelige Binnenland der Provinz Avellino im kampanischen Apennin. Die Weinberge liegen überwiegend in erhöhten Lagen, zwischen Tälern, bewaldeten Bergrücken und offenen Hochflächen. Das Klima ist deutlich kontinentaler als an der Küste: kühle Winter, oft windige Sommer, ausgeprägte Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie eine lange Vegetationsperiode begünstigen langsame Reife und erhalten Säure sowie aromatische Präzision. Die Böden sind vielgestaltig und reichen von kalk- und tonhaltigen Schichten über Sandstein bis zu vulkanisch geprägten Ablagerungen, die in unterschiedlichen Bereichen des Gebiets auftreten.
Die Herkunft wurde 2005 als DOC anerkannt und bündelt zahlreiche traditionelle Rebsorten Irpiniens. Bei den Weißweinen stehen Fiano, Greco, Falanghina und Coda di Volpe im Mittelpunkt; je nach Typologie können weitere zugelassene weiße Sorten hinzutreten. Fiano bringt häufig feine blumige und kräuterige Noten, Greco eine straffe, mineralisch wirkende Struktur, Falanghina duftige Frucht und Frische, während Coda di Volpe zu weicheren, harmonischen Profilen beitragen kann. Die roten und roséfarbenen Weine basieren vor allem auf Aglianico, Piedirosso und Sciascinoso. Aglianico prägt Farbe, Säure, Tannin und Lagerfähigkeit; Piedirosso und Sciascinoso können die Frucht und die geschmeidigere Kontur ergänzen.
Die Rebpflege zielt auf eine gleichmäßige Ausreifung bei kontrollierter Laubwand und sorgfältiger Lese gesunder Trauben. Guyot und Kordon-Erziehung sind verbreitet, neben lokal überlieferten Erziehungsformen. Weiße Trauben werden meist schonend gepresst und temperaturkontrolliert im Edelstahl vergoren; ein Ausbau auf der Feinhefe kann Textur und Komplexität vertiefen. Rotweine entstehen durch Maischegärung mit an Stil und Sorte angepasster Extraktionsdauer. Sie werden in Edelstahl, großen Holzfässern oder kleineren Holzgebinden ausgebaut; bei strukturiertem Aglianico unterstützt Holz die Reifung der Tannine, ohne die Herkunft zu überdecken.