Die Langhe DOC umfasst ein weit gefasstes Weinbaugebiet in den Hügellandschaften südlich des Tanaro im piemontesischen Raum von Cuneo. Ihr Charakter entsteht aus einem vielgestaltigen Mosaik von Rücken, Tälern und unterschiedlich ausgerichteten Hängen. Die Weinberge liegen auf sedimentären Böden marinen Ursprungs, in denen kalkhaltige Mergel, Ton, Sand und lokal kompaktere Sandsteinschichten in wechselnden Anteilen vorkommen. Tortonische Mergel fördern Tiefe, Spannung und feinkörnige Tannine, während sandigere Lagen oft Duftigkeit und frühere Zugänglichkeit begünstigen. Das kontinentale Klima wird durch die Nähe zu Alpen und Ligurischem Apennin geprägt: kalte Winter, warme Sommer, deutliche Tag-Nacht-Unterschiede und Nebelperioden im Herbst prägen die Reifeverläufe.
Die Bezeichnung erlaubt eine breite Palette von Rebsortenweinen und Cuvées. Bei den roten Sorten stehen Nebbiolo, Barbera und Dolcetto im Mittelpunkt; je nach Ausprägung ergänzen Freisa, Grignolino und weitere heimische Sorten das Bild. Nebbiolo liefert blasse Farbe, florale und balsamische Nuancen, Säure und strukturbildende Gerbstoffe. Barbera bringt dunklere Frucht und lebendige Frische, Dolcetto eine unmittelbare, mandelartig würzige Kontur. Unter den weißen Sorten sind Arneis, Favorita, Nascetta, Chardonnay, Sauvignon und Riesling wichtige Ausdrucksmittel. Sie ergeben Weine von zitrischer, kräuteriger, blumiger oder steiniger Prägung. Die DOC schließt zudem Rosé-, Schaumwein-, Passito- und Novello-Stile ein, soweit die jeweiligen Vorgaben erfüllt sind.
Im Weinberg sind sorgfältige Laubarbeit, eine an Exposition und Boden angepasste Stockführung sowie eine selektive Lese entscheidend. Die Lese erfolgt häufig parzellenweise, um unterschiedliche Reifegrade getrennt zu erfassen. Im Keller reichen die Verfahren von temperaturkontrollierter Vergärung im Stahl bis zu Maischestandzeiten und längerer Reife in großen Holzfässern, Tonneaux oder Barriques. Weißweine werden meist reduktiv und frisch ausgebaut, können aber auch auf der Feinhefe reifen. Die Langhe DOC wurde in den 1990er Jahren geschaffen und bietet den historischen Sorten der Langhe ebenso wie sorgfältig integrierten internationalen Reben einen rechtlichen Rahmen.