Morellino di Scansano DOCG stammt aus dem hügeligen Küstenhinterland der südlichen Toskana, rund um Scansano in der Maremma von Grosseto. Das Landschaftsbild verbindet mediterrane Nähe zum Tyrrhenischen Meer mit ansteigenden, stärker kontinental geprägten Lagen im Landesinneren. Meeresbrisen mildern sommerliche Hitze, während Höhenlage, Hangexposition und die kühlere Nachtluft eine gleichmäßige Reife fördern. Die Böden sind vielgestaltig: Lehm, Sand, Mergel, Kalkanteile und verwitterte Gesteine prägen je nach Lage Struktur, Frische und Duft des Weins.
Die Rebsorte Morellino, der lokale Name für Sangiovese, muss den Wein klar bestimmen und macht mindestens 85 Prozent der Cuvée aus. Ergänzend sind in der Toskana zugelassene rote Sorten möglich, sofern sie den Charakter des Morellino nicht überdecken. Sangiovese zeigt sich hier oft sonniger und mediterraner als in höher gelegenen Teilen der Region, behält jedoch bei sorgfältiger Lese seine typische lebendige Säure, kirschige Frucht, florale Anklänge und würzige, erdige Nuancen.
Der Weinbau konzentriert sich auf eine ausgewogene Reife der Trauben und auf den Erhalt der Frische. Entscheidend sind die Wahl gut belüfteter Parzellen, eine dem Standort angepasste Laubarbeit sowie eine selektive Lese. Die Vinifikation erfolgt überwiegend als temperaturgeführte Rotweinbereitung mit Maischegärung; Dauer und Intensität der Extraktion werden dem Jahrgang und der angestrebten Stilistik angepasst. Der Ausbau kann in Stahl erfolgen, um Frucht und Spannung zu bewahren, oder teilweise in Holz, das Struktur und zusätzliche balsamische Würze vermittelt. Für Riserva-Weine ist eine längere Reife vorgeschrieben, darunter ein Ausbau in Holz.
Der Name Morellino wird traditionell mit der örtlichen Bezeichnung des Sangiovese verbunden; volkstümliche Deutungen verknüpfen ihn auch mit dunkel gefärbten Pferden der Maremma. Der Weinbau der Gegend wurzelt in einer langen, von etruskischen und später römischen Traditionen geprägten Kulturlandschaft. Die Bezeichnung erhielt zunächst den DOC-Status und wurde 2007 zur DOCG erhoben.