Nizza DOCG ist eine Rotweinherkunft im Herzen des Monferrato im südlichen Piemont, rund um Nizza Monferrato und die angrenzenden Hügelgemeinden. Sie ist ausschließlich der Rebsorte Barbera vorbehalten, die hier auf besonders präzise, strukturierte und langlebige Weise Ausdruck findet. Das Landschaftsbild wird von sanften, teils steileren Hügeln geprägt; die Weinberge liegen überwiegend an gut belichteten Hanglagen. Böden aus kalkhaltigem Ton, Mergel, Sand und örtlich Schluff verleihen den Weinen ein Spannungsfeld aus Fruchtfülle, Frische, mineralischem Nachhall und tragfähigem Tannin.
Barbera treibt früh aus und reift relativ spät. Im Nizza-Gebiet verlangt sie eine sorgfältige Standortwahl und eine präzise Laubarbeit, damit die Trauben gleichmäßig ausreifen und zugleich ihre charakteristische Säure bewahren. Die Bewirtschaftung konzentriert sich auf gesunde, locker stehende Trauben, kontrollierte Reife und eine selektive Lese. Die Ernte erfolgt, wenn aromatische Tiefe, Farbreife und phenolische Qualität im Gleichgewicht stehen.
Nach dem Entrappen und der Gärung auf den Schalen wird der Wein je nach Stil in temperaturkontrollierten Behältern ausgebaut. Die Maischestandzeit dient einer gründlichen, aber maßvollen Extraktion von Farbe und Gerbstoffen. Der vorgeschriebene Ausbau umfasst mindestens 18 Monate, davon mindestens sechs Monate in Holz. Für Nizza Riserva verlängert sich die Reifezeit auf mindestens 30 Monate, darunter mindestens zwölf Monate im Holz. Holzfässer unterschiedlicher Größe können die dunkle Kirsch- und Pflaumenfrucht, würzige Nuancen und die natürliche Säure der Barbera einrahmen, ohne ihren Herkunftscharakter zu überdecken.
Die Bezeichnung entwickelte sich aus der historischen Nizza-Unterzone von Barbera d’Asti und erhielt 2014 den DOCG-Status. Sie steht für eine gewachsene Kultur des Barbera-Anbaus im Monferrato und für die konsequente Konzentration auf eine einzige Rebsorte.