Primitivo di Manduria DOC ist eine der prägendsten Rotweinbezeichnungen Apuliens und verbindet die Halbinsel Salento mit dem Gebiet um Manduria, das sich zwischen den Provinzen Tarent und Brindisi erstreckt. Das Landschaftsbild ist überwiegend eben bis sanft gewellt; trockene Steinmauern, Olivenbäume und Reben prägen Böden aus roter, eisenhaltiger Erde, Kalkstein, Lehm und sandigen Anteilen. Das mediterrane Klima bringt lange, helle Sommer, begrenzte Niederschläge und mildernde Einflüsse des Ionischen Meeres. Entscheidend sind jedoch die oft deutlichen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die Duft und Säurespannung der Trauben unterstützen.
Die einzige zugelassene Hauptrebsorte ist Primitivo, die mindestens den weitaus größten Anteil der Cuvée stellen muss; ergänzend dürfen nur bestimmte lokale rote Sorten in kleiner Menge eingesetzt werden. Primitivo ist genetisch mit Zinfandel und Crljenak Kaštelanski verwandt, besitzt in Manduria aber eine eigenständige, vom Ort geprägte Ausdrucksform. Kennzeichnend sind der frühe Austrieb und die frühe Reife, auf die auch ihr Name verweist. Die Sorte reift häufig ungleichmäßig, weshalb eine sorgfältige Beobachtung der Parzellen und eine präzise Festlegung des Lesezeitpunkts wesentlich sind.
Traditionell stehen viele Reben als Alberello pugliese, niedrig erzogen und gut an Trockenheit, Wind und Sonnenlicht angepasst. Daneben kommen Drahtrahmenanlagen vor. Die Arbeit im Weinberg zielt auf ausgewogene Reife, gesunde Schalen und den Erhalt von Frische trotz hoher natürlicher Zuckergrade. Gelesen wird meist von Hand oder mit selektiver, schonender Technik.
Im Keller wird die Maische vergoren und die Extraktion über Temperaturführung, Dauer des Schalenkontakts und behutsames Unterstoßen gesteuert. Der Ausbau erfolgt je nach Stil in Stahl, großen Holzfässern oder kleineren Eichenfässern. Daraus entstehen trockene, tief gefärbte Rotweine mit reifer dunkler Frucht, Pflaume, Kirsche, Gewürzen und mediterranen Kräutern; eine weichere, süßere Spielart ist als Dolce Naturale vorgesehen. Die DOC wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anerkannt und bewahrt die lange Weinbaugeschichte des Manduria-Gebiets.