Puglia IGT bezeichnet Weine aus der gesamten Region Apulien, einer langgestreckten Landschaft zwischen Adria und Ionischem Meer. Das Gebiet reicht von den Kalkhochflächen und den küstennahen Ebenen des Gargano bis zum Tavoliere, der Murgia, dem Salento und der Halbinsel von Tarent. Die Böden sind vielgestaltig: Kalkstein, Kalk-Lehm, rote, eisenhaltige Terra-rossa-Böden, Sand sowie tonige und kiesige Ablagerungen prägen je nach Herkunft die Struktur der Weine. Das mediterrane Klima bringt viel Licht, trockene Sommer und häufig beständige Winde. Meeresbrisen, Höhenlagen und die ausgeprägten Tag-Nacht-Unterschiede in bestimmten Binnenlagen können die Reifung ausgleichen und die Säure bewahren.
Die Bezeichnung erlaubt weiße, rosafarbene und rote Weine sowie verschiedene Ausbaustile, darunter stille Weine, Schaumweine und Süßweine aus überreifen oder getrockneten Trauben, sofern die jeweiligen Vorschriften eingehalten werden. Zu den prägenden roten Rebsorten gehören Primitivo, Negroamaro, Nero di Troia, Malvasia Nera und Susumaniello. Bei den weißen Sorten stehen vor allem Bombino Bianco, Fiano, Verdeca, Falanghina, Malvasia Bianca und Bianco d’Alessano neben weiteren zugelassenen Sorten im Mittelpunkt. Auch internationale Reben wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und Sauvignon können Teil des Sortenspektrums sein.
Die Reberziehung orientiert sich an Standort, Wasserverfügbarkeit und gewünschtem Stil. Der traditionelle Alberello schützt die Trauben in warmen, trockenen Lagen durch sein eigenes Laubdach; daneben sind Drahtrahmensysteme verbreitet, die eine präzise Laubarbeit und eine kontrollierte Belüftung ermöglichen. Die Lese erfolgt je nach Sorte und Gelände von Hand oder maschinell, mit besonderem Augenmerk auf den Erhalt aromatischer Frische und gesunder Schalen.
Im Keller reichen die Verfahren von temperaturgeführter Vergärung im Edelstahl zur Betonung von Frucht und Klarheit bis zu längeren Maischestandzeiten und dem Ausbau in Holz für strukturierte Rotweine. Rosati entstehen meist durch kurze Mazeration roter Trauben. Die Geschichte des Weinbaus reicht in Apulien bis in die Antike zurück; griechische, römische und später regionale Traditionen formten eine Kultur, in der autochthone Sorten und moderne önologische Präzision zusammenwirken.