Salina IGT bezeichnet Weine von Salina, einer der Äolischen Inseln nördlich von Sizilien. Die Insel ist durch vulkanische Erhebungen, steile Hänge und kleine, von Trockenmauern gestützte Terrassen geprägt. Vulkanische Aschen, Bims, Lapilli und verwitterte Gesteine bilden mineralische, gut drainierende Böden. Das Meer ist allgegenwärtig: Salzige Luft, starke Winde und intensive Sonneneinstrahlung bestimmen neben der Höhenlage und den unterschiedlichen Expositionen das Mikroklima. Die Sommer sind trocken, während nächtliche Abkühlung und maritime Brisen die aromatische Entwicklung der Trauben unterstützen können.
Die traditionelle Rebsortenidentität Salinas ist eng mit Malvasia di Lipari verbunden, einer duftigen weißen Sorte, die auf der Insel besonders ausdrucksstarke Weine hervorbringen kann. Ergänzt wird sie historisch häufig von Corinto Nero, der vor allem bei der Erzeugung süßer, getrockneter Weine eine wichtige Rolle spielt. Unter der IGT können zudem weitere für Sizilien zugelassene weiße und rote Sorten verarbeitet werden. Dadurch umfasst die Stilistik frische Weißweine, Rosati und Rotweine ebenso wie duftige, süße oder aus getrockneten Trauben gewonnene Interpretationen.
Der Weinbau verlangt auf Salina sorgfältige Handarbeit. Reben wachsen vielfach in niedriger Erziehung, welche die Trauben vor Wind schützt und die Bewirtschaftung der Terrassen erleichtert. Die Lese erfolgt selektiv und richtet sich nach Reifegrad, Exposition und dem gewünschten Weinstil. Für trockene Weine wird das Lesegut zumeist schonend verarbeitet und bei kontrollierter Temperatur vergoren, um Blüten-, Zitrus- und Kräuteraromen zu bewahren. Bei süßen Weinen werden ausgewählte Trauben traditionell auf Gestellen oder Matten getrocknet; die Konzentration von Zucker, Säure und Aromastoffen prägt ihre Tiefe. Die weinbauliche Geschichte der Insel steht in der langen mediterranen Kultur des Rebanbaus und in der überlieferten Herstellung von Malvasia-Weinen, die Salinas vulkanisch-maritime Herkunft deutlich erkennen lassen.