Vigneti delle Dolomiti IGT ist eine gebietsübergreifende Herkunftsbezeichnung der alpinen Weinlandschaften von Trentino und Südtirol. Im Trentino prägen die Täler der Etsch, des Noce und der Sarca sowie die Hanglagen an den Seen und in den Voralpen ein vielfältiges Mosaik. Weinberge liegen auf Schwemmkegeln, kiesigen und sandigen Talböden, Moränenablagerungen, porphyrischen Gesteinen, Kalk- und Dolomitformationen. Die Höhenlage, starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, trockene Fallwinde und die Einflüsse der Seen begünstigen eine langsame, aromenerhaltende Reife. Je nach Lage entstehen Weine mit straffer Säure, mineralischer Prägung, reifer Frucht oder würziger alpiner Frische.
Die IGT erlaubt einen bewusst weiten Rebsortenspiegel und ist damit Ausdruck der historischen Vielfalt des Gebiets. Bei den weißen Sorten finden sich unter anderem Chardonnay, Pinot Grigio, Pinot Bianco, Sauvignon, Müller-Thurgau, Riesling, Gewürztraminer, Nosiola und Manzoni Bianco. Für Rotweine sind vor allem Schiava, Lagrein, Teroldego, Pinot Nero, Merlot und Cabernet von Bedeutung. Sortenreine Weine stehen neben Cuvées, bei denen einheimische und international verbreitete Reben unterschiedliche Ausdrucksformen des alpinen Terroirs vermitteln.
Die Bewirtschaftung ist häufig an steile, kleinräumig gegliederte Lagen angepasst. Die Erziehung an Pergel- und Drahtrahmensystemen, sorgfältige Laubarbeit und eine nach Parzellen gestaffelte Lese dienen dem Schutz gesunder Trauben und der präzisen Bestimmung des optimalen Reifezeitpunkts. Im Keller reichen die Stilmittel von schonender Pressung, temperaturkontrollierter Gärung und Ausbau auf der Feinhefe für Weißweine bis zu längerer Maischestandzeit und Reifung in Stahl, großen Holzfässern oder Barriques für Rotweine. Die 1997 eingeführte IGT schuf einen Rahmen für Weine, die traditionelle Rebsorten, neue Pflanzungen und experimentierfreudige Vinifikation unter der gemeinsamen Identität der Dolomiten verbinden.