Pecorino ist eine alte weiße Rebsorte, die aus dem Berggebiet von Arquata del Tronto im Piceno stammt und historisch in den Marken und den angrenzenden Apenninregionen belegt ist. Nach einer langen Phase der Bedeutungslosigkeit wurde sie ab den 1980er Jahren wiederentdeckt und aufgewertet und gilt heute erneut als eine der charakteristischsten Rebsorten Mittelitaliens. Das Blatt ist mittelklein, meist rund, ganzrandig oder dreilappig, mit einer geschlossenen, leierförmigen Blattstielgrube; die Traube ist mittelklein, zylindrisch oder zylindrisch-konisch, manchmal geflügelt und von unterschiedlicher Dichte. Die Beeren sind kugelförmig und von geringer Größe, haben eine feste Schale, die gelblich-grün ist und mit zunehmender Reife ins Goldfarbene übergeht, sowie saftiges Fruchtfleisch. Heute ist der Pecorino vor allem in den Marken verbreitet, insbesondere in den Provinzen Ascoli Piceno, Fermo, Macerata und Ancona, sowie in den Abruzzen, mit Vorkommen auch in Umbrien und im Latium. Der daraus gewonnene Wein zeichnet sich durch seine strohgelbe Farbe aus, die oft durch grünliche oder goldene Reflexe belebt wird, sowie durch ein intensives, blumiges und zitrusartiges Aromaprofil, das durch Noten von weißen Früchten, Kräutern und mineralischen Nuancen bereichert wird. Am Gaumen bietet er ausgeprägte Frische, Würze, Struktur und Nachhall mit einem angenehmen, leicht mandelartigen Abgang. Die solide Säure stützt sein Gleichgewicht und begünstigt eine gute Entwicklung in der Flasche. Die Rebsorte ist der Hauptbestandteil des Offida Pecorino und trägt zur Rebsortenmischung des Falerio Pecorino bei.